Obstallergie und Fruktosemalabsorption

Die Unverträglichkeit von Obst kann verschiedene Ursachen haben. Häufig handelt es sich hierbei um eine pollenassozierte Lebensmittelallergie (Kreuzallergie) oder um eine Fruchtzuckerunverträglichkeit (Fruktosemalabsorption).

Patienten mit einem Heuschnupfen (Pollenallergie) haben eine besondere Neigung, Allergien gegen Lebensmittel pflanzlicher Herkunft zu erwerben. So vertragen Birkenpollenallergiker häufig keine frischen Äpfel und Haselnüsse, Kräuterpollenallergiker können auf bestimmte Gemüse, Gewürze und Kräuter allergisch reagieren und Getreidepollenallergiker vertragen manchmal keine Erdnüsse oder rohe Tomaten.
Diese Kreuzallergien beruhen auf Reaktionen des Immunsystems auf ähnliche gebaute Allergene verschiedener Herkunft (also z.B. bestimmte Allergene in Pollen und pflanzlichen Nahrungsmitteln). Beschwerden einer pollenassozierten Lebensmittelallergie können Juckreiz, Kratzen und Schwellungen im Mund- und Rachenbereich auftreten (orales Allergiesyndrom). Manchmal kommt es zu Schnupfen, Husten, Atemnot oder zu Magen-Darmbeschwerden. Bei Menschen mit Neurodermitis und gleichzeitig nachgewiesener Pollenallergie können pollenassozierte Lebensmittelallergien auch einen Ekzemschub auslösen oder unterhalten. In der Zeit des entsprechenden Pollenfluges ist die Unverträglichkeit kreuzallergener Lebensmittel meist besonders ausgeprägt. Da jedoch nicht jedes Lebensmittel, das mit den entsprechenden Pollen verwandt ist, zu allergischen Reaktionen führt, muss dessen Verträglichkeit individuell untersucht und behandelt werden.

Bei der Fruktosemalabsorption kommt es zu Blähungen, Bauchkrämpfe, Übelkeit, manchmal auch Durchfall oder Verstopfung nach dem Verzehr fruchtzuckerhaltiger Lebensmittel wie Obst, Fruchtsäfte, Süßigkeiten und Diätprodukte. Die Ursache liegt in einer Störung des Transportsystems GLUT-5, der im Dünndarm für die Aufnahme von Fruchtzucker (Fruktose) in den Blutkreislauf verantwortlich ist. Diese Verwertungsstörung kann auch Folge einer anderen Darmerkrankung sein.
Die Fruktosemalabsorption ist nicht zu verwechseln mit der heriditären Fruktoseintoleranz, eine sehr seltene Stoffwechselerkrankung, die bereits im Säuglingsalter auftritt.

Die Diagnose einer pollenassozierten Lebensmittelallergie und/oder einer Fruktosemalabsorption sollte von einem allergologisch spezialisierten Arzt/Gastroenterologen gestellt werden.

Wenn Sie oder Ihr Kind unter einem Heuschnupfen und/oder unter einer Fruktosemalabsorption leiden, kann Ihnen eine qualifizierte Ernährungstherapie helfen, die individuell unverträglichen Lebensmittel zu ermitteln und eine Liste verträglicher Alternativen zusammen zu stellen. Gerne stehe ich Ihnen dafür zur Verfügung.

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©  Ute Körner, Dipl.oec.troph